Corona, Covid-19, Prognosen, Experten und Hysterie. Jeder ist betroffen und gerade in Bayern, speziell in München, ist seit den Faschingsferien alles anders. Davor hat sich niemand groß Gedanken gemacht: Skifahren in Südtirol, obwohl Venetien und die Lombardei gleich ums Eck liegen – gar kein Problem. Wir haben ja gebucht. Nur – mit dem Urlaubsende kam auch die Pandemie mit. Nun hat mancher das mulmige Gefühl, sich angesteckt zu haben oder sich anzustecken. Bei den kleinsten Symptomen ergreift einen die Panik, man hätte es und hofft auf einen schwachen Verlauf, damit man dann immun ist. So geht es mir zumindest. Ich bin aber auch Hypochonder, zumindest ein kleines bisschen. Das Ganze mutet surreal an und hat etwas von Endzeit-Thriller. Keiner weiß, was kommt, wie lange es geht und ob wir jemals wieder ein „normales“ Leben führen werden.

Obwohl mir alle erzählen, sie kennen persönlich niemanden, der Corona hat, kenne ich bereits zwei Erkrankte in den USA und eine Familie in München.

Unabhängig von dem Empfinden jedes Einzelnen kann man aber sagen, die Lage ist ernst und gefährlich. Und wer kennt nicht die Unvernunft der Menschen, wenn keine Repressalien drohen. In dem Fall ist es aber recht einfach: Bekommt man die Krankheit, kann man sterben. Erkrankt man nicht, muss man auf den Impfstoff hoffen, aber das kann dauern. Diese Informationen sind simpel und für jeden verständlich. Und so halten sich die meisten Menschen an die neuen Regeln und halten Abstand voneinander.

Auch in der Kommunikation kommt es zu tiefgreifenden Veränderungen

Wir hatten für diesen Montag eine Pressetour in München geplant. Natürlich war daran nicht zu denken. Alle arbeiten vom Homeoffice aus. Keiner, auch wir nicht, will direkt mit anderen Menschen zusammentreffen. So bleibt uns nur der virtuelle Raum. Die technischen Voraussetzungen sind eigentlich bei jedem vorhanden. Die Präsentation erfolgt im Browser mit Ton und Bild. Nur, wäre da nicht die mangelnde Bandbreite. Wenn, wie in unserem Fall, fünf Leute zusammen konferieren, ist es schnell vorbei mit dem ruckelfreien Bild. Deshalb verzichtet man als erstes auf die Videofunktion. Das hat allerdings zur Folge, dass man die Journalisten und Kunden nicht sieht. Keine kleine Geste, um einen Vortrag zu beschleunigen, keinen Blick auf einen vielleicht gelangweilten Gesprächspartner. Es ist schwierig, zumal die Stimmen auch nicht immer einfach auseinander zu halten sind. Da hilft eine gute Vorbereitung. Die Präsentation sollte vorher im Team geübt werden, die Rollen verteilt. Eine Regel gilt auch hier: Nur wer etwas zu sagen hat, nimmt auch teil.

So wurde die virtuelle Pressetour doch noch zum Erfolg

Ohne Reisen schafft man zudem mehr Termine, und sollte ein Termin einmal platzen – wie bei uns passiert – so vereinbart man einfach einen neuen Tag und/oder eine neue Uhrzeit.

Ich denke, das werden wir unseren Kunden öfter anbieten. Vielleicht warten wir aber erst einmal ab, wie Journalisten diese Art der Pressetour annehmen. Und vielleicht haben wir ja bald auch wieder die Chance auf persönliche Treffen.

In diesem Sinne, bleibt schön gesund.