Im Oktober 2019 war es soweit und Share-Online.biz, die angeblich größte in Deutschland betriebene Filehosting-Plattform, wurde offline geschaltet. Durch Hausdurchsuchungen in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich wurden die mutmaßlichen Betreiber des Dienstes gefasst und die Online-Plattform komplett abgeschaltet. Viele fragen sich nun was dies für Plattformen sind und ob man nicht selbst darauf hereinfallen kann. Bzw. wie sicher ist man allgemein beim Downloaden?

Dazu erst einmal – was ist eigentlich „Illegales Herunterladen“?

Obwohl ein Großteil der Inhalte im Internet kostenlos heruntergeladen werden kann, bedeutet dies nicht, dass das Herunterladen legal ist. Illegales Herunterladen bedeutet, dass man Dateien aus dem Internet erhält, zu deren Nutzung man nicht berechtigt ist. Die Urheberrechtsgesetze beispielsweise in den Vereinigten Staaten verbieten es Internetnutzern, Kopien von Medien zu erhalten, die sie nicht legal erwerben. Diese Gesetze existieren, um digitale Piraterie zu verhindern, die zu einem großen Teil über den Austausch von Dateien im Internet erfolgt.

Und was bedeutet „Digitale Piraterie“?

Digitale Piraterie beinhaltet die illegale Weitergabe von urheberrechtlich geschützten Medien wie Spiele, Musik, Filme, TV-Sendungen und Software. Dabei spielt es keine Rolle, ob man die Inhalte hochlädt, um sie ohne Genehmigung mit anderen zu teilen, oder ob man diese kostenlos oder zu einem günstigen Preis herunterlädt. Jeder, der an dieser Art von Vorgang beteiligt ist, verstößt gegen das Gesetz.

Downloads vs. Streaming

Und dies geschah genau über die Plattform Share-Online.biz. Über das Angebot wurden seit Jahren im großen Stil urheberrechtlich geschützte Werke unerlaubt zum Download angeboten, darunter Kinofilme, Serien und Musikstücke. Jedoch müssen unerfahrene Benutzer nicht verängstigt sein. Das Angebot von share-online war nur denen zugänglich, die dort einen festen Account hatten und eine spezielle Summe entrichtet hatten, um Files zu down- oder uploaden. Anders ist dies beim Streaming – hier können auch ohne Anmeldungen Medien konsumiert werden und oft konnte man nicht sicher sein, ob man sich gerade auf einer illegalen oder legalen Website befindet.

Gibt es auch positive Aspekte?

Jein! Allgemein ist natürlich das illegale Herunterladen urheberrechtlich geschützter Werke nicht zu befürworten. Allerdings fielen mir im Zuge des aktuellen und neunten Teils der Star Wars-Saga (zurzeit im Kino) wieder einige Argumente einiger wütender Fans entgegen. Da George Lucas im Zuge der Digitalisierung die Original-Trilogie veränderte und sich bis heute verweigert diese im Originalzustand in HD zu veröffentlichen, gab es doch einige gewitzte User, die die Original-Trilogie unverändert in HD self-made zum Download anboten. Diese sogenannten „Despecialized Editions“ freuen sich großer Beliebtheit und hier könnte man das Argument bringen „selbst schuld, wenn es illegale Downloads der Star Wars Ur-Trilogie gibt“. Ebenso das gesuchte „Star Wars Holiday-Special“, welches nur als TV-Aufnahme existiert, ist ein beliebter „illegaler Download“, da George Lucas auch hier eine Veröffentlichung untersagt.

Ethische Erwägungen

Allerdings verursacht das Herunterladen illegal kopierter Medien große finanzielle Probleme. Die Produktion von Medien kostet Geld; wenn Menschen sie illegal kopieren und teilen, verlieren die Produzenten Geld. Platten- und Filmstudios, Künstler und andere Medienproduzenten haben durch die digitale Piraterie allein in den USA Milliarden von Dollar verloren. Wenn sie Geld verlieren, wird es für sie schwieriger, weiterhin hochwertige Medien zu produzieren, die Fans auch in Zukunft genießen können.

Rechtliche Konsequenzen

Abgesehen von den ethischen Erwägungen, die hinter der digitalen Piraterie stehen, können illegalen Downloadern rechtliche Konsequenzen drohen. Diese könnten zum Beispiel bis zu fünf Jahre im Gefängnis verbringen und sechsstellige Summen an Bußgeldern zahlen.

Fazit: Was im Orient und Asien kaum einen juckt, ist speziell in Deutschland ein heißes Eisen. Von daher empfehle ich Filmliebhabern legale Portale wie Netflix, Maxdome und Amazon Prime zu nutzen, um die entsprechenden Inhalte legal zu konsumieren.