Datenskandal bei Facebook: Werden Unternehmen ihren Social-Media-Auftritt nun löschen?

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Datenskandal bei Facebook: Werden Unternehmen ihren Social-Media-Auftritt nun löschen?

Nach dem Datenskandal rund um Cambridge Analytica reißt die Kritik am weltweit größten sozialen Netzwerk Facebook nicht ab. Viele Firmen haben Facebook bereits den Rücken gekehrt – u.a. die Firmen des Tesla-Gründers Elon Musk wie Tesla und Space X. Auch die US-Seite des Männermagazins Playboy ist nun nicht mehr erreichbar. Hintergrund ist, dass sich die britische Daten-Analyse-Firma die Cambridge Analytica von einem App-Entwickler unberechtigt Zugang zu einigen Informationen von rund 50 Millionen Facebook-Nutzern besorgt, diese ausgewertet und unter anderem für den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump genutzt haben soll. Doch folgen Firmen dem Aufruf #deletefacebook und stampfen ihre Accounts ein? Wie sieht es mit werbetreibenden Unternehmen aus, die viel Geld in das soziale Netzwerk investieren und sich einen Mehrwert für ihre Kommunikation erhoffen?

Wer heutzutage keinen Facebook-Auftritt hat, wird von der großen Masse nicht wahrgenommen – so der allgemeine Tenor. Vor allem für werbetreibende Firmen sind Social-Media-Kampagnen unabdingbar. Diese sind, je nachdem wie viele Menschen damit erreicht werden sollen, extrem kostspielig. Wenn nun Facebook und sein Gründer Mark Zuckerberg von einem derartigen Skandal betroffen ist, könnte man meinen, dass sich neben den genannten Firmen auch viele andere aus dem sozialen Netzwerk zurückziehen. Dies ist aber nicht der Fall. Die einfache und plausible Erklärung dafür: Das Problem liegt bei Facebook, nicht bei den Marken, die weiterhin Gewinne erwirtschaften wollen. Zuckerbergs Imageschaden lasse sich nicht 1:1 auf die werbetreibenden Firmen übertragen und die Vorteile, sprich, die immense Reichweite von Facebook, überwiegen weiterhin. Das amerikanische Marketing- und Media Portal AdAge analysierte Ende März die Daten der Werbeplattform und fand heraus, dass gerade einmal sieben der 1.000 aktivsten Werbefirmen ihre Facebook-Aktivitäten auf Eis gelegt haben. Blickt man auf große deutsche Firmen ergibt sich ein ähnliches Bild. Eine Umfrage von businessinsider.de ergab, dass keines der 30 DAX-Unternehmen aktuell plane, seinen Facebook-Account zu löschen. Lediglich die Commerzbank gab an, ihre Kampagnen im sozialen Netzwerk derzeit pausieren zu lassen.

Dass sich die Mehrheit der Unternehmen dazu entschlossen hat, ihren Facebook-Account weiter zu führen, überrascht nicht. Lapidar – aber nicht verharmlosend gemeint – der eine Datenskandal kommt, der andere geht. Wahrscheinlich wird man sich im nächsten Jahr aufgrund neuer negativer Schlagzeilen nicht mehr an die Machenschaften von Cambridge Analytica erinnern können. Und Mark Zuckerberg wird sich Zeit seines Lebens mit negativer Presse rumschlagen müssen (ob ihn das wirklich trifft, ist ohnehin eine andere Frage). Facebook ist und bleibt eines der wichtigsten Tools, um eine geballte Masse zu erreichen. Klingt komisch, aber die o.g. Vorteile wissen zu überzeugen. Daher ist nicht davon auszugehen, dass noch weitere Firmen ihre Accounts löschen und nur wenige der #deletefacebook-Bewegung folgen.

 

Von |2018-04-04T16:08:07+00:004. April, 2018|Allgemein, Public Relations, Social Media, Wissenswertes|0 Kommentare

Über den Autor:

PR-Berater bei Profil Marketing seit 2010. Verantwortlich für Beratung, Content und Kommunikation.

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