Zu perfekt ist auch nicht gut – Oder warum wir mehr kreatives Lametta brauchen

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Zu perfekt ist auch nicht gut – Oder warum wir mehr kreatives Lametta brauchen

Wir haben einen kreativen Beruf, auch wenn Public Relations mittlerweile von Zeitplänen, Benchmarks und KPIs geprägt ist. Das suggeriert, dass wir funktionieren müssen wie ein Uhrwerk, Dinge abzuarbeiten haben, keine Fehler machen dürfen – eben perfekt sein müssen.

Aber es gibt nur ganz wenige, die das schaffen. Viel eher hindert übertriebener oder ungesunder Perfektionismus daran Aufgaben kreativ anzugehen. Aber gerade diese Kreativität benötigen wir, um unseren Job nicht nur gut sondern sehr gut zu machen.

Kreativität hilft gute Stories hervorzubringen, gute Kampagnen zu entwickeln, gute Texte abzuliefern – eben Ideen zu entwickeln, die nicht in den Lehrbüchern stehen. Sie bringt uns alle weiter, hilft den Kunden dabei Ziele zu erreichen und der Agentur, sich im Wettbewerbsumfeld zu behaupten. Gerade als kleine Agentur muss man oft Ansätze wählen, die nicht alltäglich sind, und das macht in der Regel Spaß, auch wenn nicht alles bei jedem Kunden oder Journalisten ankommt.

Natürlich ist nicht jede Mitarbeiterin oder Mitarbeiter gleich kreativ, und das ist auch nicht schlimm. Menschen sind einfach verschieden, nicht nur im privaten Bereich.

Abgesehen davon ist es aber oft das Tagesgeschäft, das uns davon abhält kreative Gedanken zu entwickeln – oder ist es vielleicht doch der Hang zur Perfektion, der uns hemmt? Dabei wäre dann das „Tagesgeschäft“ ein willkommener Grund, nach dem wir gesucht hätten, weil wir eigentlich alles perfekt machen wollen, Kreativität aber zu viel Zeit kostet und Ergebnisse gefährdet?

Für Kreativität, die stets unperfekt ist, braucht es nicht immer viel Zeit, wohl aber viel Mut. Mut, obskure Gedanken zuzulassen und auch zu scheitern. Denn in den meisten Fällen ersinnt man Dinge, die dann wieder verworfen werden, weil zu teuer, zu gefährlich oder schlicht weg nicht zum Kunden passend.

Und das ist meiner Meinung nach die Herausforderung, die aber auch extrem befriedigend in unserer Arbeit ist. Eben Ideen zuzulassen und dort weiter zu denken, wo die Erfahrung sagt:

Das kommt doch wieder nicht an oder lässt sich nicht umsetzen. Wenn wir es schaffen, diese Gedanken nach hinten zu schieben und immer wieder aufs neue Dinge ersinnen, entwickeln und versuchen Utopien entstehen zu lassen, dann haben wir viel für den Schritt raus aus dem Alltagstrott und dem engen Korsett der Perfektion getan. Wir können dann befriedigt nach Haus gehen und denken dort weiter, um das nächste Projekt auch wieder mit frischen Ideen anzugehen – hoffentlich dann auch ein privates.

Mein Fazit: Kreativität lässt sich nicht erlernen, sondern ist eine Neigung, die in jedem schlummert, die man aber zulassen muss. Das ist nicht ganz einfach, denn jeder muss dann auch den Mut zum Scheitern haben.

In der Rückwärtsbetrachtung nach 28 Jahren Selbstständigkeit kann ich behaupten: Es lohnt sich. Mein Beruf befriedigt mich und macht mich glücklich, und wenn ich die Wahl hätte noch einmal anzufangen, dann würde ich es ganz genau so tun. Vielleicht mit ein paar Fehlern weniger, dafür aber mit viel mehr kreativem Lametta.

Tipps für mehr Kreativität im Alltag gibt es hier:

Beitragsbild: fotolia @alphaspirit

Von | 2018-02-21T11:08:47+00:00 21. Februar, 2018|Allgemein, Marketing, Public Relations|0 Kommentare

Über den Autor:

Geschäftsführender Gesellschafter seit 1989. Verantwortlich für die Bereiche Consulting • Strategy • Communication • Media Consulting

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