Analog, ich haptik lieb!

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Analog, ich haptik lieb!

Pünktlich zum Valentinstag gebe ich trotz hoher digitaler Affinität meine Liebe zum Analogen preis.

Für mich hat das etwas mit Zeit, Bewusstsein und Genuss zu tun – was anscheinend gerade in dem Moment, wo man sich mit Achtsamkeit und Entschleunigung beschäftigt, besonders seine Früchte trägt.

So besitze ich zum Beispiel noch einen mit Holz verkleideten Röhrenfernseher, der bis vor kurzem noch regelmäßig die Elektronenstrahlen richtig auf den Leuchtschirm schleuderte. Wir haben jetzt auch wieder ein Tapedeck zuhause und es ist köstlich, den selbstgemachten Samplern von alten Freunden und Verflossenen zu lauschen! Zudem haben wir aus dem Fundus meiner Eltern ein altes Grammophon übernommen mit herzzerreißenden Liedern auf Schellackplatten. Einziges Problem: Die Kurbel, mit der man den Teller zum Drehen bringt, fällt manchmal einfach ab, aber es hat Charme.

Apropos Platten…

Neben Muddy Waters, den Stones und Pink Floyd reiht sich auch immer mehr aktuelles Vinyl bei uns zuhause ein. Und man merkt, dass immer mehr Leute wieder – oder seit neuestem – zu Vinyl greifen. Die kleinen Plattenläden werden voller und sogar die Auswahl bei großen Stores wie Saturn wird angepasst. Es scheint wieder beliebter zu sein, sich nicht nur mit den Ohren auf ein neues Album zu freuen – sondern auch mit Augen und Händen – mit Haut und Haar. Ein Hoch auf die Haptik!

In einem Bericht des aktuellen W&V Prognoseheft 2018 geht es im Artikel „metamorphose“ von M. Pauker auch um das Analog-Comeback – bezugnehmend auf Schallplatten. Ab März 2018 nehme z.B. der Riese Sony die Schallplattenproduktion in einem neuen Presswerk in Japan wieder auf. Angeblich war es gar nicht so leicht Personal mit dem richtigen Know-How dafür zu finden.

Natürlich gibt es auch einige Konsumenten, die weniger wert auf das Hören und Fühlen legen – sondern mehr auf das Zeigen – vorzugsweise bei Instagram und Co. Es wirkt anscheinend irgendwie cool, ein Selfie mit einem Plattenregal zu machen, sich Ohrringe mit kleinen Schallplattenmotiven zuzulegen oder Schüsseln aus geschmolzenen Platten auf den Tisch zu stellen. Dabei muss ich aber auch zugeben, dass auch ich auf das ein oder andere Dekoelement in Zusammenhang mit Vinyl stehe. Auf einem kleinen Markt in Boston entdeckte ich letztes Jahr „Ablethought“, einen Künstler, der neben seiner Musik auch fotografiert und seine Bilder mit einer eigenen Technik auf Platten bringt. Unter „Lost Life on Wax“ findet man seine Kreationen. https://lostlifeonwax.net Die Fotos zeigen hauptsächlichen Szenen mit Musikern, Musik-Equipment sowie auch Natur- und Straßen-Bilder in schwarz-weiß. Angeblich liefert Ablethought seine Werke nun auch nach Europa. Glaube, ich bestelle ein „Plattenbild“ zum Anfassen und Aufhängen.

Weiterführend auch interessant zu Thema Presswerke ist dieser Artikel..

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/schallplatten-im-vinyl-presswerk-in-leipzig-stehen-die-maschinen-nie-still-a-1183311.html

Von |2018-02-14T16:59:10+00:0014. Februar, 2018|Allgemein, Lesetipp, Small-Talk, Technik|0 Kommentare

Über den Autor:

PR-Beraterin bei Profil Marketing seit 2013. Verantwortlich für Beratung, Content und Kommunikation.

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