Gibt es Mobbing immer öfter – oder werden wir nur empfindlicher?

/, Wissenswertes/Gibt es Mobbing immer öfter – oder werden wir nur empfindlicher?

Gibt es Mobbing immer öfter – oder werden wir nur empfindlicher?

Und wie lautet der Name von Schrödingers Katze?

Ich las vor einiger Zeit einen interessanten Artikel im Handelsblatt mit dem Titel „Das kleine Mobbing Einmaleins“, der das Problem auf den Punkt bringt. Alle Interessierten finden einen Link am Ende des Beitrags. Das brachte mich auf die Idee, diesmal nicht über die unmittelbar bevorstehende CES 2018 zu schreiben, sondern mich mit diesem Thema zu beschäftigen.

Denn nicht nur in großen Unternehmen gibt es das Problem, überall kann es uns begegnen.

Ich habe gelernt, dass ein typischer Mobbingverlauf aus vier Phasen besteht:

  1. Schuldzuweisung
  2. Systematische Schikanen
  3. Unterbleiben von Schutzmaßnahmen
  4. Ausschluss aus dem Arbeitsleben

Schrecklich, denkt sich jeder, und wenn er verantwortungsbewusst ist. Und weiter: Mir unterläuft da kein Fehler. Ich erkenne so etwas doch sofort. Ist ja einfach: Problem erkennen, Mobber zur Rede stellen, Problem klären, alles in Butter.

Die Schwierigkeit ist nur, dass Mobber und Gemobbte im Laufe der Zeit ähnliche Sichtweisen auf das Problem entwickeln. Das gipfelt nicht selten in der Annahme des Mobbers, selbst der Gemobbte zu sein. Spätestens dann kann man als Vorgesetzter nicht mehr erkennen, wer oder was der Auslöser in welche Richtung war.

Und das Ergebnis der Problemlösung bleibt offen. Das erscheint so paradox wie das bekannte Gedankenexperiment aus der Physik mit Schrödingers Katze. Ist das arme Tier jetzt tot oder lebendig? Das lässt sich in diesem Fall nun mal nicht beantworten. Und auch für viele handfeste Probleme im Leben gibt es keine ausreichend befriedigende Lösung – leider.

Dennoch zeigt der Beitrag im Handelsblatt ein paar Dinge auf, die Hoffnung machen:

„Wichtig für Personalmanager ist es, Verständnis für die Betroffenen zu entwickeln, diese zu unterstützen, ohne Ratschläge zu geben. Dies können die Betroffenen am wenigsten brauchen, außer dem Ratschlag, dass sie sich um professionelle Hilfe bemühen müssen. Diese Haltung in ein adäquates Verhalten umzusetzen, das wird dem Personalmanager umso leichter fallen, je klarer ihm drei grundlegende Aspekte des Mobbings sind:
• Es gibt nicht das typische Mobbing- Opfer. Jede Person kann von Mobbing betroffen werden.
• Mobbing ist seelische Gewalt
• Mobbing darf kein Tabu-Thema sein. Denn diese Gefahr besteht, wenn Täter und Unternehmen, die Mobbing nicht verhindern, die Vorfälle vertuschen.“

Das scheint Mut zu machen. Ich habe in den letzten Wochen mit verschiedenen Menschen über die Problematik gesprochen. Erschreckend ist die Erkenntnis, dass fast alle ähnliche Situationen kennen und eine Umkehr ohne fremde Hilfe oft nicht möglich ist. Da hilft dann nur noch ein Mediator oder das Entlassen von Mitarbeitern. Aber wer ist denn schon bereit, sich hinter die Fassade blicken oder gute Kräfte gehen zu lassen. Eine verfahrene Situation.

Und die Lösung ist ähnlich der Problematik von Mikesch, dem Kater von Schrödinger, oder war es Morle, die Katze? Wie auch immer….

In diesem Sinne wünsche ich eine besinnliche und friedliche Adventszeit. Vielleicht ist das auch eine Möglichkeit Abstand zu gewinnen. Vielleicht zünde ich aber auch mal eine Kerze an. Ist ja bald Weihnachten – das Fest der Liebe.

 

Titelbild: fotolia @kunstzeug

Von |2017-12-13T15:30:58+00:0013. Dezember, 2017|Allgemein, Wissenswertes|0 Kommentare

Über den Autor:

Geschäftsführender Gesellschafter seit 1989. Verantwortlich für die Bereiche Consulting • Strategy • Communication • Media Consulting

Hinterlassen Sie einen Kommentar