Der #Kitastreik ist aktuell DAS Thema unter jungen (berufstätigen) Müttern und Vätern. Es wird ordentlich geschimpft, geklagt, gewettert, debattiert und solidarisiert (entweder mit Staat oder Erzieher/innen, je nach aktuellem Gemütszustand manchmal auch im fliegenden Wechsel). Ganz egal, wie man zu der Sache steht und ob man die #Aufwertung sozialer Berufe unterstützt, den Streik für erpresserisch und unsozial hält oder staatliche Kinderbetreuung generell in Frage stellt – eines bietet die Diskussion auf jeden Fall: Genug Gesprächsstoff innerhalb einer attraktiven Zielgruppe.

Die Zielgruppe „Familie“ ist heutzutage so heterogen wie noch nie zuvor. Neben der klassischen Familie mit einem „Versorger“, existieren Familien mit Doppelverdienern, Alleinerziehende, Patchwork-Familien, nicht eheliche  Gemeinschaften, Familien mit interkulturellem Hintergrund, Familien mit gleichgeschlechtlichen Eltern, Wohngemeinschaften, Groß- und Mehrgenerationenfamilien. In fast keiner anderen Konsumentengruppe sind so viele unterschiedliche Typen zusammengefasst. Und trotzdem sind die einzelnen Familien-Gebilde (Nischenzielgruppen) durch die gleichen Werte verbunden: Zusammenhalt, Fürsorge und Organisation.

Galgenhumor ist die Kunst, sich den Ast zu lachen, auf dem man sitzt.

 

Der #Kitastreik trifft gleich zwei empfindliche Nerven moderner Familien: Den der Fürsorge („wer kümmert sich um mein Kind, wenn ich arbeiten muss?“) und den der Organisation („wie kann ich trotz Kitastreik meiner Arbeit nachgehen?“). Und weil diese beiden Nerven bei berufstätigen Eltern oft sowieso schon chronisch gereizt sind, ist der #Kitastreik vielerorts wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. Und trotzdem, oder gerade deswegen, brauchen Eltern jetzt jede Menge Humor, gute Laune und neue, kreative Lösungen. Humor in der Krise – das ist das, was Social Media Marketing jetzt tun kann und sollte. Die zahlreichen Plattformen wie YouTube, Facebook, Twitter und Instagram geben genug Raum für humorvollen Content jeglicher Art. Doch wie immer im Social Web müssen natürlich auch hier einige Regeln beachtet werden, damit der Schuss nicht nach hinten losgeht. 

Humor im Social Web – DOs and DONT’s

 

DOs:

  • Seid im Zweifel immer der oder die Erste, der/die über Euch selbst bzw. Euer Unternehmen lacht – Eure Kunden (insbesondere Familien) werden Eure unbeschwerte Art zu schätzen wissen. 
  • Freche und witzige Kommentare sind immer gut, solange niemand durch sie verletzt wird.
  • Wenn Ihr unsicher seid, ob Euer Posting wirklich lustig/harmlos/passend ist, fragt innerhalb Eures Teams nach einer zweiten (dritten, vierten,…) Meinung.
  • Wenn einer Eurer Kunden einen Witz macht, seid schlagfertig und steigt darauf ein.
  • Die Spontanität von Humor geht verloren, wenn ein Posting zu lange unbeantwortet im Raum steht, deshalb reagiert auf ein humorvolles Posting immer so schnell Ihr könnt.
  • Entschuldigt Euch, wenn Ihr zu weit gegangen seid. Zuzugeben, dass Ihr etwas falsch gemacht habt, besänftigt in den meisten Fällen die Gemüter und sorgt sogar für Sympathiepunkte.

DONT’s

  • Vermeidet Sarkasmus, denn dieser wirkt auf viele unfreundlich und schroff. 
  • Vermeidet unter allen Umständen empfindliche Themen, wie Religion, sexuelle Orientierung, Geschlechterdiskriminierung und Witze unter der Gürtellinie. Wenn ein Kunde einen solchen “Witz” macht, antwortet ihm sachlich und lasst Euch danach auf keine weitere Diskussion ein.
  • Macht keine Witze über Tragödien und andere Unglücksfälle. 
  • Übertreibt es nicht mit Humor, sonst könntet Ihr Eure Kunden schnell nerven – und vielleicht seit Ihr eigentlich auch garnicht so witzig wie Ihr denkt….
  • Seid gegenüber Euren Kunden nie herablassend.

Um zurück zum Thema #Kitastreik zu kommen, habe ich mich im Web mal auf die Suche nach ein paar gelungenden Beispielen gemacht und bin prompt fündig geworden:

#Kitastreik mit Humor: SEO-Küche macht’s vor (Quelle: Twitter.com)
Die heute-show bietet eine – nicht ganz ernst gemeinte – Beschäftigungshilfe zum Kitastreik.  (Quelle: Twitter.com)
Ein visuelles Statement ist schnell gemacht – dachte sich auch youfm und beschreibt die Do-it-yourself-Kita. (Quelle: Twitter.com)
Humorvolle Cartoons sind immer gut. (Quelle: Twitter.com)
Die T-Systems MMS zeigt sich mitarbeiterfreundlich und verwandelt die Konferenzräume in Spielzimmer. (Quelle: Twitter.com)
edudip GmbH: Ein Schnappschuss, ein Kommentar, ein Treffer…(Quelle: Twitter.com)
Kinderdisko bei TUI. (Quelle: Twitter.com)
Um Mitarbeiter mit Kindern während des Kita-Streiks zu entlasten, hat die Werbeagentur Grabarz & Partner spontan eine  Notbetreuung auf die Beine gestellt (und ein hübsches Fingerfarben-Entrée). (Quelle: Gabarz & Partner)
Der Betreu-o-mat – trifft das eigentliche Thema das Streiks auf den Kopf: “Wie wichtig ist uns das Thema “Qualität” bei der Betreuung unserer Kinder?” (Quelle: Twitter.com)

Ohne Frage einige schöne Ideen, aber insgesamt bietet das Thema noch viel mehr Potential. Kinder wollen beschäftigt und Eltern unterhalten werden. Wir (und alle beim Kreativprozess anwesenden Kinder) helfen gerne!