„Investiert jetzt in uns! Die erste Runde ist eröffnet – Mindestbetrag 250 Euro bis Open End“ – ein bekannter Aufruf zum sogenannten „Crowdfunding“ über eine Internet-Plattform. Eine festgelegte Summe wird proklamiert und Internet-User sollen in das Unternehmen und die Idee investieren. Was sich zunächst mächtig nach Abzocke anhört und nicht besonders seriös klingt, hat sich aktuell zu einem enormen Medienphänomen entwickelt. Experten sind sich einig: Crowdfunding wird immer beliebter, der Name bekannter und die Möglichkeiten immer spezieller – das System entwickelt sich! Doch was ist das Crowdfunding genau?
Das Crowdfunding, zu deutsch Schwarmfinanzierung, ist eine Möglichkeit, dass eine Vielzahl von Menschen, die sogenannte Crowd, ein Projekt bzw. eine Vision eines Unternehmens finanziell unterstützt und somit wahr werden lässt.

Crowdfunding-Millionäre: Ali Jelveh
und Christopher Blum von Protonet

Diese Finanzierung wird über Online-Plattformen, wie beispielsweise Seedmatch, angekündigt und zu einem speziellen Zweitpunkt gestartet. Zudem wird eine Mindestsumme festgelegt bzw. eine Wunschsumme, die nach einem bestimmten Zeitraum, erreicht werden soll. Die Investoren können selbst entscheiden, welche Summe sie investieren möchten. Falls die Summe nicht erreicht wird, erhalten die Unterstützer ihr Geld zurück. Wenn die gewünschte Summe allerdings erreicht wird, erhalten die Investoren eine Gegenleistung. Dies können Beteiligungen an dem Gewinn und dem Umsatz des Unternehmen sein oder ein Produkt.

Was macht den Reiz des Crowdfundings aus?
Doch beim Crowdfunding kommt es oft nicht nur um den finanziellen Aspekt an, vielmehr gibt es auch eine emotionale Komponente, die den Investoren mit der Finanzierung verbindet. Denn beim Crowdfunding sind die Investoren meist mit der  Vision bzw. mit der Idee des jeweiligen Unternehmens verwachsen und sie fühlen sich dem Team nahe.

Das Finanzierungsmodell betrifft oft Start-Ups, welche sich aus jungen, enthusiastischen Menschen zusammensetzen, die eine clevere Idee verfolgen. Insbesondere hier greift der „emotionale“ Gedanke, da oft im Vorfeld bereits ein Kontakt zu dem jeweiligen Team bestand und man diese unterstützen möchte.

Doch wie weckt man das Interesse der Crowd?
Das Key-Word ist Innovation, sprich das Produkt bzw. die Idee sollte einen klaren Mehrwert gegenüber anderen Ideen bieten und durch Alleinstellungsmerkmale glänzen. Ferner sollte die Idee nicht zu komplex sein, sondern mit einfachen Mitteln die Botschaft verkünden.

Unser Kunde Protonet schaffte mit seinen innovativen Servern Carla und Maya einen Crowdfunding-Meilenstein (wir berichteten) – Geschäftsführer Ali Jelveh stellte sich danach die Frage ob es zukünftig sogar möglich wäre Unternehmen komplett über Crowdfunding zu finanzieren.

Finanzierungslandschaft Deutschland birgt Hürden
Probleme sieht Jelveh dafür allerdings in der Finanzierungslandschaft in Deutschland. Denn es existiere kein echtes Risikokapital. Zudem werden die Investitionen meist nur in erprobte Business-Modelle gesteckt. Banken sind meistens auch keine große Hilfe, da diese nur in Unternehmen investieren, die bereits über genügend Finanzen verfügen.

Gesetzliche Regulierungen zu stark?

Zudem gibt es jetzt gesetzliche Bestrebungen das Crowdfunding noch weiter zu regulieren. Jelveh sieht aber diverse Regularien erst ab einer Größe von Einnahmen von über fünf Millionen. Erst ab diesen Funding-Summen solle es Regulierungen geben. Alles was darunter liege, ist seines Erachtens nur Anfangs-Finanzierung.

Crowdfunding wird im Internet aktuell stark diskutiert, sowohl von Politikern als auch von der Presse. Was denkt ihr über Crowdfunding und die Investition in junge Start-Ups? Und ist der deutsche Markt wirklich zu stark reguliert?