Journalisten informieren sich über Soziale Netze und Google! Sind dann persönliche Gespräche obsolet?

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Journalisten informieren sich über Soziale Netze und Google! Sind dann persönliche Gespräche obsolet?

Spricht man mit Kollegen aus anderen Agenturen, so hört man oft, gerade auch von jungen, hippen Wettbewerbern: „Warum wollt ihr immer mit Journalisten sprechen? Die informieren sich doch sowieso komplett online und am liebsten sowieso in den sozialen Medien.“

Liebe Kollegen, ich mache da tagtäglich andere Erfahrungen. Und mit dieser Annahme stehe ich nicht allein da. Newsaktuell hat in einer jüngst veröffentlichten Studie das Informationsverhalten von Journalisten erforscht ( https://www.newsaktuell.de/academy/wp/recherche2018/ ). Das Ergebnis ist für mich nicht überraschend: Die am häufigsten genutzte Quelle ist nach wie vor das persönliche Gespräch – übrigens gefolgt von Pressemeldungen und der Vor-Ort-Recherche. Wann kommt noch mal Social Media? Ach ja, auf Rang zehn. Ich möchte hier aber nicht verschweigen, dass Social Media die Quelle mit dem größten Zuwachs ist.

Was können wir daraus für uns ableiten, bzw. wie sollen wir uns verhalten? Ich denke, wie auch in anderen Marketingdisziplinen, ist es wichtig, einen ausgewogenen Informationsmix anzubieten. Denn nur so halten wir den Austausch mit den wichtigsten Multiplikatoren interessant. Persönliche Kontakte und der zielgerichtete Versand von Pressemitteilungen, die einen hohen News-Wert haben müssen, stehen auch bei uns an erster Stelle. Und natürlich ist auch Social Media extrem wichtig, um den Maßnahmenmix abzurunden. Aber ausschließlich würden wir uns nicht auf diesen Bereich verlassen.

Meine Kollegen und ich sind immer wieder erstaunt, wie bereitwillig Journalisten noch Messeterminen zustimmen und diese Verabredungen auch einhalten oder sich Zeit für Redaktionsbesuche nehmen – letzteres vor allem, wenn man in größeren Verlagshäusern Round-Tables anbieten kann. Schrumpfen doch einerseits nach wie vor die Redaktionsteams, die andererseits der immer größer werdenden Informationsflut Herr werden müssen.

Warum nehmen sich die Medienvertreter trotzdem die Zeit für die Neuigkeiten unserer Kunden? Ganz einfach: Unser Beruf ist Kommunikation und die beste und intensivste Art der Informationsübermittlung ist das persönliche Gespräch. Natürlich muss man wissen, wen man wann anspricht und Fingerspitzengefühl entwickeln, wann es grad passt und wann nicht. Und auch der Informationsgehalt ist wichtig. Nur wenn der Journalist weiß, dass wir ihn nicht wegen Lappalien bemühen, sondern wirkliche News für ihn haben, wird er sich gern mit uns unterhalten.

Und deshalb ist der Aufbau von persönlichen Beziehungen zu den Journalisten so elementar. Diese Facette des kollegialen Miteinanders macht den Unterschied. Der größte Vorteil von erfahrenen PR-Beratern ist genau dieses Fingerspitzengefühl. Deshalb bin ich sehr stolz auf mein Team, wenn wir auf der Hannover Messe Industrie für einen IT-Kunden drei volle Pressetage verbuchen können. Und das, obwohl wir die meisten Kollegen in diesem Jahr schon drei Mal auf unterschiedlichen Events getroffen haben.

OK, auf einer CeBIT würde das dieses Jahr vielleicht anders aussehen – aber das ist vielleicht ein Thema für meinen nächsten Blogbeitrag „Gibt es eine Zeit nach der CeBIT?“.

 

Über den Autor:

Ulrich Lissner
Geschäftsführender Gesellschafter seit 1989. Verantwortlich für die Bereiche Consulting • Strategy • Communication • Media Consulting

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