IFA 2017 – Mega-Show, mega Stress?

IFA 2017 – Mega-Show, mega Stress?

Berlin ist eine Reise wert, nicht nur wegen der teuersten Bauruine Deutschlands, der trudelnden Fluglinie, die den Städtenamen trägt oder des jährlichen DFB-Pokal Endspiels – nein, es gibt auch noch eine Messe dort.

 

Die Internationale Funk Ausstellung, kurz IFA genannt – im Entstehungsjahr 1924 noch eine Veranstaltung für Radio- und Fernseh-Techniker – ist sie heute zur „Global Innovation Show“ mutiert. Immer mehr Aussteller zeigen IT-Innovationen, Fernsehgeräte, Mixer, Kaffeemaschinen, Bügeleisen und auch Hausautomations-Produkte. Letztere liegen voll im Trend. Jeder Hersteller, der etwas auf sich hält, hat Smart-Home-Produkte im Portfolio. Diesem Umstand tragen die Organisatoren auch Rechnung und haben die Hallen thematisch neu ausgerichtet. Waren unsere Kunden letztes Jahr noch in der iZone zu finden, sind sie jetzt über die ganze Messe, vom Palais bis zur Halle 26, verstreut. Das bedeutet nicht nur für die Journalisten Stress und weite Wege, sondern auch für uns Berater.

Aber das eigentliche Phänomen ist die Dauer der Messe. Traditionell startet sie am Freitag und endet am Mittwoch. Sechs Tage sind eigentlich kein Problem, sollte man meinen, aber weit gefehlt. Die großen Pressekonferenzen von Samsung und Co., die für die Journalisten ein Muss sind, finden ab Dienstag vor Öffnung der Messe statt. Mittelständler und Start-ups, wie wir sie betreuen, habe also vor der Messe keine Chance die Botschaften an die Journalisten zu bringen. Da bleiben nur Termine auf der Messe.

Wer die Situation in Redaktionen kennt, weiß, dass immer weniger Journalisten immer mehr leisten müssen. So auch zur IFA. Wenn also die Kollegen ab Dienstag in Berlin sind, müssen sie, um ihre Arbeit zu schaffen, spätestens am Samstag abreisen. Einfache Rechnung: 6 – 5 = 1 –  es steht also ausschließlich der Freitag für Journalisten-Termine auf den Messeständen zur Verfügung. Da sind Organisationstalent und gute Kontakte gefragt. Sonst hat man keine Chance den Terminkalender zu füllen.

Auch dieses Jahr haben meine Kolleginnen und Kollegen die Quadratur der Kreises geschafft – Kompliment. Ca. 120 Termine für sechs Kunden an einem, maximal zwei Tagen sind aller Ehren wert. Dennoch der Stress wäre für viele geringer, wenn man die Messe einen Tag vorverlegen würde. Warum nicht? – Ach ja, wir sind ja in Berlin und da ticken die Uhren anders.

Deshalb bleibt alles beim Alten. Ich hoffe nur, es gibt keine Verletzten in der Rush-Hour, wenn die Journalisten vom Palais in die Halle 26 hetzen und auf die Kollegen treffen, die von Halle 26 ins Palais unterwegs sind.

Aber wenn sich alle schön rechts halten, wird es schon gut gehen.

In diesem Sinn – Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin….

Beitragsbild: © elxeneize – Fotolia.com

Über den Autor:

Ulrich Lissner

Geschäftsführender Gesellschafter seit 1989. Verantwortlich für die Bereiche Consulting • Strategy • Communication • Media Consulting

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