„Like mich am A…“? – von wegen!!

//„Like mich am A…“? – von wegen!!

„Like mich am A…“? – von wegen!!

Social Media-Strategien und –Trends in der Popmusik

Und sie tun es doch: auch wenn die Band DEICHKIND in ihrem Anti-Social Media-Song mit dem schönen Titel „Like mich am Arsch“ ihren Fans entgegenrappt: „Klappe zu, Stecker ziehen, raus in die Welt!“, sind die Hamburger auf jedem der gängigen Kanäle präsent und aktiv.

Auf facebook folgen ihnen 740.000 Fans, auf youTube haben 90.000 das Deichkind TV abonniert, einzelne Videos werden von bis zu 4 Millionen gesehen. Und natürlich treiben sie auch auf Instagram und snapchat ihr Unwesen. Selbst auf Twitter betreiben die charmanten Chaoten einen eigenen news channel, – Donald Trump zum Trotz.

Und damit sind sie nicht allein. Das man die Klaviatur von Social Media genauso souverän bedienen können muss, wie die Saiten seiner Gitarre, damit wachsen junge Bands heute wie selbstverständlich auf. Schon früh spezialisieren sich in der Regel einzelne Bandmitglieder auf Aufbau und Pflege einer Followerschar. Und wo man früher gerne Freunde und Verwandte verpflichtete, um beim Schleppen der Verstärker zu helfen, greift man heute lieber auf deren Talente an HD-Kamera und Bildbearbeitung zurück. Selbst ambitionierte Amateurbands im frühen Karrierestadium bringen es damit schnell mal auf 4-5000 Follower. Und auch wenn die Zeiten des ersten Social Media Hypes, in dem damals Bands wie die Arctic Monkeys ohne Plattenvertrag nur durchs Netz zu Stars werden konnten,  fürs erste vorbei scheinen, ist allen Beteiligten klar: ohne Social Media geht es nicht.

Entsprechend hart verhandelt wird daher in der Regel auch, wenn es dann bei den ersten Vertragsabschlüssen mit Firmen darum geht, wer diesen Auftritt in Zukunft betreut. Jeder Künstler, der gut beraten wird, weiß auch ohne das entsprechende Handbuch, wie viel Vertrauen hier vonnöten ist. Denn mehr noch als bei Produkt–PR und Brand Building geht es hier natürlich um die so viel beschworene Authentizität und Interaktion, – darum, den Fan am eigenen (Er-)Leben teilhaben zu lassen, ihn einzubeziehen, seine Meinungen und Fragen einzuholen, eine Plattform für Austausch und Community zu bieten.

Die Ära des unnahbaren, unerreichbaren Popstars scheint vorbei zu sein.

Dass dabei nichts so emotionalisiert wie das Bewegtbild, ist für Musiker eigentlich seit „Video killed the Radiostar“ klar. Aber in Zeiten gesichtsloser Musikstreamings und quasi ausgestorbener TV-Musikkanäle hat es für die Beziehung Star/Fan nochmal ganz neu und massiv an Dynamik und Bedeutung gewonnen. Dies haben auch die Social Media-Kanäle erkannt und rüsten hier auf. Vor allem facebook konnte hier seine Vormachtstellung behaupten und ausbauen dank Live-Streaming und seinen interaktiven Möglichkeiten, – wo sonst kann man als Fan schon den Star quasi live interviewen? Auch die 360-Grad Film-Möglichkeiten werden bereits von etlichen Künstlern genutzt, in Zukunft voraussichtlich auch gekoppelt mit Virtual Reality. Und das Video-Content von facebook vorrangig in den Newsfeeds platziert wird, schadet da natürlich ebenfalls nicht. Wenn dann noch auch das Instagram Profil direkt eingebettet ist, fühlt der Fan sich im virtuellen Fotoalbum seines Idols bald als Teil der großen Familie.

Von | 2017-02-02T11:10:00+00:00 1. Februar, 2017|Allgemein|0 Kommentare

Über den Autor:

Jens Müller
Projektassistent bei Profil Marketing seit 2016. Verantwortlich für Administration, Content, Kommunikation und Social Networking.

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