Content Marketing Erfahrungsbericht: Die 5 größten Fehler aus der Praxis

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Content Marketing Erfahrungsbericht: Die 5 größten Fehler aus der Praxis

Der Begriff des ‚Content Marketings‘ gehört mittlerweile zum Fachvokabular eines jeden Kommunikationsberaters. Und was hinreichend etabliert ist, macht natürlich niemanden mehr neugierig. Vorbei sind die Zeiten, in denen man mit dem Wort ‚Content‘ gegenüber den Kunden noch richtig punkten konnte. Ein Buzzword, das seinen Glanz und seine Anziehungskraft verloren hat. Zugegeben, mich nervt der Begriff auch ein bisschen. Content, übersetzt ‚Inhalt‘, von uns aber i.d.R. als ‚Inhalte‘ (Mehrzahl) übersetzt. Als Werbetexter ‚kreieren‘ wir Inhalte. Ich persönlich schreibe lieber Texte. Aber egal, das was hinter dem Begriff des ‚Content Marketings‘ steckt ist natürlich weiterhin brandaktuell.

Wer online erfolgreich kommunizieren will, muss am laufenden Band Texte für seine Zielgruppe schreiben und diese bestmöglich platzieren.  Wie das funktioniert, lässt sich in zahlreichen Blogartikeln und einschlägiger Fachliteratur nachlesen. Aber das meiste davon ist Theorie. Wie funktioniert ‚Content Marketing‘ eigentlich in der Praxis und was sind die häufigsten Fehler? Ein Erfahrungsbericht aus sieben Jahren ‚Content‘:

  1. Theoretisch und praktisch ist die Website das Zentrum im gesamten Content-Kosmos eines Unternehmens und oberstes Ziel aller Content-Bemühungen sollte es sein, den potentiellen Kunden auf die eigene Website zu locken. Deshalb sollte es selbstverständlich sein, dass die eigene Website kontinuierlich gehegt und gepflegt wird. Leider werden Websites oft von zich verschiedenen Abteilungen und Einzelpersonen beackert – und sehen dann auch so aus. Bilder, Schriften, Texte, über die Jahre wirkt alles mehr und mehr uneinheitlich und niemand blickt mehr durch, wo was steht und wieso. Definiert deshalb unbedingt EINEN Verantwortlichen oder – je nach Größe eures Webauftritts – eine verantwortliche Abteilung, die die Hoheitsgewalt über die Site hat und ohne deren Zustimmung nichts online geht.
  2. Viele wollen Content produzieren bzw. produzieren lassen, haben aber keinen Plan, kein Know-how und keine definierten Workflows – also schlichtweg keine Strategie. So funktioniert es nicht. Im Unternehmen muss mindestens eine Person gefunden werden (der sogenannte Content-Stratege), der die grundsätzliche Idee des Content-Marketings verstanden hat, in der Lage ist, eine Strategie auf die Beine zu stellen und die dafür notwendigen Instrumente, Mitarbeiter und ToDo’s zu definieren.
  3. Der Content-Verantwortliche hat keinen Überblick über den eigenen Web-Content. „Äh ja, haben wir dazu nicht schon einmal ein Whitepaper im Download-Bereich veröffentlicht?“. Geht nicht. Wer Content in seinem Jobtitel stehen hat, muss auch über den bereits veröffentlichten/geplanten/angedachten Content Bescheid wissen und diese Informationen in Gesprächen mit den verschiedenen Fachabteilungen, externen Agenturen und freien Textern abrufbar auf dem Schirm haben.
  4. Die Marketingverantwortlichen gehen davon aus, das Online-Kunden weniger anspruchsvoll sind. Ich verstehe, wie man zu dieser Ansicht kommen kann. An manchen Tagen habe ich auch das Gefühl, dass der Zugang zum Internet nur Menschen mit einem unterdurchschnittlichen Gefühl für Benimm und Sprache offen steht. Aber das ist natürlich völliger Quatsch. Im Web tummelt sich der gleiche Querschnitt von Menschen wie im RL. Qualitativ hochwertige Inhalte sind deshalb genauso gefragt, wie in einem Magazin oder einer Zeitschrift. Wichtig ist es vor allem, dass Ihr Themen findet die Eure Zielgruppe interessieren und Euch beim Texten innerhalb der Sprachwelt eurer potentiellen Website-Besucher bewegt. Was nicht geht, sind SEO-Texte die sich hinsichtlich Stil, Grammatik und Sprache auf unterstem Level bewegen. So etwas will niemand lesen und selbst Google hat mittlerweile erkannt, dass es auch im Web um Qualität geht und wertet manipulative SEO-Texte ab.
  5. Die Marketingverantwortlichen setzen ihre kreativen Mitarbeiter unter starken Zeitdruck. Tatsächlich gilt: Kreativität und hochwertiger Content braucht Zeit. Also keine Hetze. Mit einer guten, vorausschauenden Planung (denkt an die Korrekturläufe) und grundsätzlich engagierten Mitarbeitern, lassen sich in relativ kurzer Zeit gute Texte schreiben.  Und auch für die Ideenfindung sollte ausreichend Zeit zur Verfügung stehen, denn hierfür benötigt es regelmäßige Gespräche mit den verschiedensten Abteilungen, ggf. Workshops und Brainstormings im Team.

Grundsätzlich solltet Ihr Euch aber in keinem Fall entmutigen lassen, auch wenn das Content-Tagesgeschäft mal nicht so läuft, wie Ihr Euch das vorstellt. Wenn Ihr hier und da das Trial-and-Error-Prinzip praktiziert ist das völlig in Ordnung. Denn verglichen mit den klassischen Kommunikationsdisziplinen (ohne Online), ist Content-Marketing eben doch noch neu und – auch wenn der Begriff schon etwas ausgelutscht ist – praktisch noch längst nicht ausgereizt!

Von | 2016-12-20T11:22:46+00:00 14. November, 2016|Allgemein, Public Relations, Social Media, Wissenswertes|0 Kommentare

Über den Autor:

Freie Beraterin für Profil Marketing seit 2009. Verantwortlich für Beratung, Content und Social Networking.

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