Pokémon Go – Spaß für Zwischendurch oder gefährliche Falle?

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Pokémon Go – Spaß für Zwischendurch oder gefährliche Falle?

Ganz ehrlich – auch ich musste mich dem Hype beugen und habe Pokémon Go installiert. Und schon fand ich mich auf der Straße wieder und schaute auf mein Smartphone und freute mich diebisch, wenn ich ein Pokémon fangen konnte. Das Spiel etablierte in Kürze einen enormen Fan-Kult als auch verärgerte Kritiker. Auf Basis der Beliebtheit schlich sich auch mittlerweile gefährliche Malware in die App ein – müssen also User gewarnt sein?

Zuerst einmal – was genau ist Pokémon Go eigentlich?

Pokémon Go ist ein Spiel für Smartphones und Tabletcomputer und das erste von Nintendo für iOS– und Android-Geräte genehmigte Pokémon-Game. Pokémon Go wurde vom US-amerikanischen Softwareunternehmen Niantic entwickelt. Das Augmented-Reality-Spiel wurde am 4. Juli zuerst in Australien und Neuseeland veröffentlicht. In den USA wurde es am 6. Juli veröffentlicht. In Deutschland am 14. Juli. In dem Spiel können die Spieler virtuelle Fantasiewesen (sogenannte Pokémons) fangen sowie trainieren und in virtuelle Kämpfe gegen andere Pokémons schicken.

Pokémon Go ist ein positionsbezogenes Spiel und nutzt die Spielumgebung auf Basis der erweiterten Realität (Augmented Reality). Das Spiel ermittelt durch das Global Positioning System (GPS) und Mobilfunkortung die Standortdaten des Spielers und positioniert ihn virtuell auf einer Landkarte, die auf dem Kartenmaterial von Google Maps basiert. Das Spiel wird im Empfangsbereich des GPS-Signals, also üblich im Freien, gespielt und nutzt Sehenswürdigkeiten sowie auffällige Objekte der Umgebung zur Gestaltung einer virtuellen Spielwelt.

Eine böse Trojaner-Falle?

Neben der unglaublichen Beliebtheit des Spiels machten allerdings auch in Kürze negative Schlagzeilen die Runde: Da einige Länder das Spiel erst viel später oder gar nicht erhielten, versuchten viele User ein Exemplar jenseits der legalen Kanäle zu finden. So gab und gibt es eine Reihe veröffentlichter Anleitungen für das sogenannte Sideloading der App auf Android-Systeme. Wie bei vielen Apps, die nicht über die offiziellen Stores installiert werden, erhalten die Anwender unerwünschte Zugaben in Form von Trojanern. In diesem Fall entdeckte unser Kunde Proofpoint eine infizierte Android-Version von Pokémon Go. Diese spezielle APK war dahingehend modifiziert worden, dass sie das bösartige Fernzugriffstool DroidJack enthielt, mit dem ein Angreifer das Smartphone des Opfers vollständig kontrollieren kann. Gleichzeitig identifizierten andere Forscher Malware wie einen Pokémon Go-Sperrbildschirm und Scareware, die sich als Bedienungsanleitungen und Cheats für das Spiel ausgaben.

Security-Experten empfehlen daher, nie Apps aus Quellen zu installieren, die nicht aus den offiziell geprüften und genehmigten Appstores der Unternehmen sind. Offizielle und Unternehmens-Appstores verfügen über Verfahren und Algorithmen zur Prüfung der Sicherheit von Mobilanwendungen.

Nichtdestotrotz ist Pokémon Go auch sechs Wochen nach seiner Markteinführung nach wie vor eine sehr beliebte App, die für Schlagzeilen sorgt. Kürzlich verkündete Apple dass Pokémon Go für die neue Apple Watch verfügbar sein wird.

Neue Bedrohung durch betrügerische Social Media-Konten?

Zudem hat die App auch  ihren Weg auf Geräte gefunden, die mit Unternehmensnetzwerken verbunden sind. Dies stellt mittlerweile auch ein potenzielles Risiko dar, denn beispielsweise warnte Niantic vor der Verwendung von Add-on-Map-Apps, die ihre Server nach Daten durchsuchten. Diese und andere „riskante“ Apps begleiten die Anwender mittlerweile an ihren Arbeitsplatz. Forscher unseres Kunden Proofpoint identifizierten auf Facebook, Twitter und Tumblr 543 Social-Media-Konten, die mit Pokémon Go im Zusammenhang standen. Von diesen waren 167 – d. h. über 30 % – betrügerischer Natur. Die Beliebtheit von Pokémon Go hat in den sozialen und mobilen Ökosystemen also viele Möglichkeiten für Cyber-Kriminelle geschaffen, um Spieler und Fans der App zu attackieren.

Fans des Spiels sind also dazu aufgefordert Apps nur aus glaubwürdigen Quellen zu installieren und möglichst darauf zu achten, welche Art von Add-on-Software sie auf ihr mobiles Gerät installieren.

Pokémon Go sorgt für Socialising

Einen besonders positiven Nebeneffekt haben Wirtschaftsinformatiker der Technischen Universität Braunschweig vor Kurzem herausgefunden: Pokémon-Go-Spieler gehen öfters mal nach draußen und lernen andere Spieler kennen. Dafür befragten sie 3.235 Pokémon-Go-Spieler online zu den Auswirkungen der Spiel-App. Mehr als die Hälfte der Befragten spielen täglich zwischen 30 Minuten und zwei Stunden Pokémon Go, rund 24 Prozent mehr als zwei Stunden. Etwa 60 Prozent sagten, dass sie durch das Spiel öfter draußen sind als vorher und 55 Prozent behaupten, dass sie Umwege gehen, um spielrelevante Orte zu besuchen und so Vorteile im Spiel erreichen. Spieler, die täglich mehr als zwei Stunden mit Pokémon Go verbringen, erlebten ein Gefühl der Zusammengehörigkeit oder lernten andere Spieler kennen und unterhalten sich mit ihnen über das Spiel.

Fazit: Pokémon Go ist ein weltweites Phänomen, das neben vielen guten Aspekten auch negative fördert, wie Angriffe durch Hacker und die Verbreitung bösartiger Malware. Die Anwendung ist also mit Vorsicht zu genießen und nur aus gesicherten Quellen zu nehmen. Ich bin gespannt, welche weiteren Portierungen von Pokémon Go folgen werden und inwiefern die App die Spieler weiterhin motiviert durch die Welt zu laufen und Pokémons zu jagen.

Von | 2016-12-22T15:12:19+00:00 15. September, 2016|Allgemein, Small-Talk, Social Media, Wissenswertes|0 Kommentare

Über den Autor:

Martin Farjah

PR-Berater bei Profil Marketing seit 2011. Verantwortlich für Beratung, Content und Kommunikation.

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